Ehrenamt statt Weihnachtskarte

Ehrenamt statt Weihnachtskarte

Auch in diesem Jahr wollen wir unsere Idee vom letzten Jahr wieder umsetzen: Wir im Avallon-Team werden jede/r einen Arbeitstag als ehrenamtliche Tätigkeit spenden. Für uns ist das eine besondere Sache, weil wir das Gefühl haben, in der Vorweihnachtszeit etwas für das Gemeinwohl zu tun. Außerdem haben wir die freie Wahl, wo und was genau wir machen wollen – die einzige Bedingung ist ein anschließender Bericht für uns alle. Schon im Vorfeld war es wirklich spannend, von den neuen Ideen zu hören und mitzuverfolgen, wie die Kontaktaufnahmen funktionierten. Aber lesen Sie selbst, wie „tierisch“ es in diesem Jahr zugeht…

Bernd Schultz: Das diesjährige ehrenamtliche Engagement stelle ich in das Zeichen der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Suche nach einem Ort, wo ich dies umsetzen kann, führte mich nicht einmal aus der Finkenburg heraus, sondern findet bei unseren Nachbarn dem Verein „Ambulante Begleitung und Beratung Aurich e.V.“, kurz ABBA e.V., statt.

Die Mitarbeitenden und Mitglieder des Vereins „Ambulante Begleitung und Beratung Aurich e.V. Aurich“ bieten im Rahmen des ambulant begleitenden Wohnens oder den haushaltsnahen Dienstleistungen Unterstützung im Alltag oder bei der Verhinderungspflege an. Zusätzlich werden an den Standorten in Aurich und Wittmund diverse Veranstaltungen für die Klienten, Förderer und Mitglieder des Vereins angeboten.

Die Mitarbeitenden und Mitglieder des Vereins „Ambulante Begleitung und Beratung Aurich e.V. Aurich“ bieten im Rahmen des ambulant begleitenden Wohnens oder den haushaltsnahen Dienstleistungen Unterstützung im Alltag oder bei der Verhinderungspflege an. Zusätzlich werden an den Standorten in Aurich und Wittmund diverse Veranstaltungen für die Klienten, Förderer und Mitglieder des Vereins angeboten.

Ich unterstütze den Verein bei der Ausrichtung der noch stattfindenden Veranstaltungen. Spaß und der Sportgeist stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung „Kickern“. Bei einem Kleinturnier können sich die Klienten austauschen und sich sportlich messen. 

Besonders freue ich mich auf das zwischen den Feiertagen stattfindende „Weihnachtsfrühstück“, bei dem in gemütlichem Rahmen ein Schnack nicht zu kurz kommen wird. 

Zum am 12.01.2023 stattfindenden „Neujahrsempfang“ werden neben den Klienten auch Unterstützer des Vereins und auch die, die es vielleicht noch nicht, sind geladen. So hoffe ich auf rege Teilnahme und vielleicht die ein oder andere Unterstützung für den Verein.
Zusätzlich unterstütze ich den Verein bei der Ausrichtung seiner Mitglieder Vollversammlung am 13.01.2023, bei der die Weichen für das Jahr 2023 gestellt werden.

Eiste Wienekamp: In diesem Jahr habe ich bei der Tafel Deutschland e.V. in Aurich nachgefragt, ob sie Hilfe gebrauchen können. Das können Sie wohl immer, da das Abholen, Sortieren, die Ausgabe und Organisation der Lebensmittel im Erdgeschoss und der Bücher in der ersten Etage bis auf ganz wenige Leute nur ehrenamtlich gemacht wird.

Es ist schon unglaublich, wie viele Sachen ungenutzt vernichtet würden, wenn es die Tafeln nicht gäbe. An einem Freitag war es dann soweit.Nachdem ich alle Leute kennengelernt habe und die Hygienevorschriften abgearbeitet hatte, wurde ich in die Sortiergruppe eingeteilt. Wir prüfen die gespendeten Lebensmittel, die unser Fahrer von den Supermärkten abgeholt hat und packen einwandfreie Ware in die Körbe in den Regalen. Auch wenn es wirklich viel Arbeit war, hat die Arbeit im Team Spaß gemacht. An jedem Tag gibt es feste Teams, die nach einiger Zeit auch eingespielt sind. Die Ausgabe der Sachen erfolgt zu festen Zeiten an Menschen, die sich vorher eine Berechtigung bei der Diakonie abgeholt haben. Einmal in der Woche ist jeder dran und darf dann, wie in einem Tante-Emma-Laden, auch mitbestimmen, was man mitnehmen möchte. Es können natürlich nicht immer alle Wünsche erfüllt werden, aber ich hatte mir die Ausgabe von Lebensmitteln wirklich nicht so harmonisch vorgestellt.

Am Ende meines Einsatzes waren alle zufrieden und haben mich gefragt, ob wieder kommen könnte, da sie immer wieder Unterstützung suchen.

Jörg Stockmann: Für dieses Jahr habe ich mein Ehrenamt der Oldenburger Jugendkulturarbeit e.V. zur Verfügung gestellt und am 7.12. bei der Gründung des neuen Förderkreises Jugendkulturarbeit e.V. geholfen und die datenschutzrechtlichen Aspekte zugearbeitet.

So wurde für den neuen Verein die Datenschutzerklärung erstellt, die Satzung geprüft und die Beitrittsformulare für neue Mitglieder mitgestaltet.Und wie das manchmal so ist, wurde aus dem ehrenamtlichen Tag mehr – nun bin ich als Gründungsmitglied im Vorstand des Vereins und werde auch zukünftig den Datenschutz ehrenamtlich begleiten. Der Oldenburger Jugendkulturarbeit e.V. hat seit 1995 den Zweck der Ausführung und Stärkung der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Der Verein tritt als Träger von Projekten und Veranstaltungen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, der internationalen Begegnung und politischen Bildung auf. Mit seinen Angeboten möchte der Verein alle Kinder und Jugendlichen erreichen, unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft.


Abbildung 1: Vorstand des Förderkreis. Jungendkulturarbeit e.V.

Zu diesem Ehrenamt kommt zusätzlich das Ehrenamt für die Oldenburger Kulturetage gGmbH hinzu. Auch hier habe ich nun den Datenschutz ehrenamtlich übernommen und werde somit die Kulturschaffenden in Oldenburg unterstützen. Die Oldenburger Kulturetage ist ein Kultur- und Kommunikationszentrum mit einem spartenübergreifenden Kulturangebot für alle Altersgruppen. Ein soziokulturelles Zentrum mit dem Anspruch, kulturelle Veranstaltungen für alle Bevölkerungskreise anzubieten. Jährlich finden über 70 Konzerte und 80 Theateraufführungen sowie zahlreiche Lesungen, Filme, Kabarettveranstaltungen und Partys statt und garantieren spannende Unterhaltung und kritische Auseinandersetzung mit Kunst und Zeitgeschehen.

Jutta Schober-Stockmann: In diesem Jahr habe ich beim Blauschimmel Atelier e.V. nachgefragt, ob sie für meine ehrenamtliche Arbeit eine Einsatzmöglichkeit sehen können. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, die „Blaue Kunst“ zu fördern. Darunter versteht man Angebote aus den Bereichen Theater, Bildende Kunst, Maskenbau und -spiel sowie Musik, die integrativ angeboten werden. Ursprung und Name hängen zusammen mit einem Symbol gegen Ausgrenzung in der Psychiatrie: Dem blauen Pferd namens Marco Cavallo. www.blauschimmel-atelier.de

Von der Geschäftsführerin Jessica Leffers wurden zwei Einsatzbereiche für mich gefunden. Zunächst durfte ich beim wöchentlichen Improvisationstheater Blitz! Am Donnerstagabend mitmachen. Das war wirklich genial und kam mir gar nicht wie Arbeit oder Praktikum vor. Im Gegenteil, wir hatten in 90 Minuten so viel Spaß und Miteinander, dass ich mich beim Nachhausekommen „aufgeräumt“ wie lange nicht mehr gefühlt habe.

Der zweite Teil bezog sich auf eine Ausstellung zum Thema Reisen. Unter dem Projekt „Urban Survival Kits“ reisten Gruppen aus Nordirland, Polen, Kroatien und der Türkei und erstellten im Anschluss ihren persönlichen „Urban Survival Kit“ unter dem Motto: Was braucht es, um sich als Mensch mit Beeinträchtigungen auf Reisen wohlzufühlen. Eigentlich sollte ich die riesigen Samtvorhänge für die Ausstellungswände mit aufhängen, dass passte jedoch zeitlich nicht zusammen. So war ich bei der Ausstellungseröffnung und als Aufsicht an einem Samstagnachmittag gemeinsam mit einer FSJlerin und habe BesucherInnen durch die Ausstellung begleitet.

Was für eine wunderbare Arbeit.

Martin Beckmann: Im Radio hörte ich dieses Jahr mehrfach von Haustieren, die während der Corona-Zeit angeschafft wurden und nun von ihren Besitzern aufgrund von steigenden Lebenshaltungskosten abgegeben werden müssen. Daher habe ich mich im Tierheim Oldenburg in der Nordmoslesfehner Straße zur ehrenamtlichen Hilfe gemeldet.

Das Tierheim und die dortigen MitarbeiterInnen und sehr viele ehrenamtlichen HelferInnen haben mich durch ihre Motivation und Freude bei der Arbeit sehr beeindruckt. Das Tierheim selbst ist gleichwohl beeindruckend, da es sehr professionell eingerichtet und organisiert ist und sich über ein Gelände mit Park und Gebäuden sowie Gehegen über etwa 2 Hektar erstreckt.

Im Rahmen der Aufnahme kann man sich für eine Tierart nach Neigung oder Erfahrung entscheiden (Hunde, Katzen, Vögel). Ich hatte keine Priorität und wurde daraufhin den Katzenhäusern zugeteilt. Dort lernte ich zuerst, wie die Bereiche für die Katzen unter Beachtung von einigen hygienischen Maßnahmen zu säubern sind (erst fegen und danach wischen, Katzen-Toiletten reinigen und mit Streu wieder herrichten, Nahrungsreste entsorgen und für frisches Wasser sorgen, Decken und Spielzeuge auf Sauberkeit kontrollieren und ggf. austauschen etc.). Die Katzen haben einen warmen Raum in den Gebäuden und daran angrenzend auch ihren großzügigen Außenbereich mit allerlei Abwechslungen.

Die anfänglich etwas scheuen Katzen werden nach ein paar Minuten neugierig, wenn jemand kommt und sauber macht. Nach einer behutsamen Bewegung mit der Hand zum Zwecke des Beschnupperns, lassen sich einige Katzen auch gerne vorsichtig streicheln und nehmen die Zuneigung dankbar an.

Die Arbeit im Tierheim ist für mich schon eine besondere Freude, denn die Freundlichkeit der Mitarbeiter- und HelferInnen sowie die Zutraulichkeit der Katzen nach dem Kennenlernen, gibt mir genauso viel – oder sogar mehr – zurück, wie ich dort selbst geleistet habe. Den Tieren geht es hier sehr gut, aber dafür sind auch viele tierfreundliche HelferInnen erforderlich.

Karol Kruczynski: Im Vorjahr konnte ich großartige Eindrücke im Ehrenamt bei der Katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus in Aurich sammeln.

Deshalb habe ich mich bei unserer diesjährigen Aktion erneut für die Kirchengemeinde entschieden. Und ebenfalls, wie im Vorjahr, war mein erster Einsatz an St. Martin. Nach einer kurzen Messe für die Kinder und Eltern folgte ein Umzug mit den Laternen durch die Auricher Innenstadt. Nachdem ich geholfen habe, die Messe und das Bonihaus vorzubereiten, habe ich den Umzug mit den Kindern begleitet. Im Anschluss gab es für die Kinder und Eltern Punsch und Leckereien im Bonihaus. Neben glücklichen Kindern war es schön, bekannte Gesichter wieder zu sehen und ebenso neue Helfer/-innen kennen zu lernen. Nachdem die Aufräumarbeiten zu Ende waren, konnte ich mich mit einem heißen Becher Punsch auf den zweiten Einsatz am nächsten Tag freuen.

Die Katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus ist verpartnert mit der litauischen Gemeinde St. Kasimir in Alytus. Für diese fand eine Kleidersammelaktion statt. Unzählige Kleidungsstücke wurden gebracht, sortiert und verpackt. Meine Hauptaufgabe war es, die gepackten Kartons in einen Sprinter zu verladen und zur Auricher Blücher-Kaserne zu transportieren, wo neben den Kartons auch Krankenbetten und Möbel gelagert wurden, damit diese für den Transport nach Alytus auf die LKWs geladen werden können. Die Spendenaktion war ein voller Erfolg. Beeindruckend war es, wie viele Helfer/-innen von der Kirche, aber auch von der Diakonie, teilgenommen haben. Eine tolle Hilfe für die Stadt Alytus, welche unter den Konsequenzen des Ukraine-Kriegs leidet. Die Hilfsgüter sind bereits zeitnah in Alytus eingetroffen.

Yvonne Pawlak: In diesem Jahr wollte ich einmal denjenigen helfen, die oft vergessen werden. Bei meinem morgendlichen Weg zu Arbeit, informierte mich der Radiosprecher, dass Tierhalter beim Praxisbesuch aufgrund der Neufassung der Gebührenordnung für Tierärzte demnächst tiefer in die Tasche greifen müssen. Auch wenn es die erste Erhöhung seit mehr als 20 Jahren ist, ist dies gerade ein ungünstiger Zeitpunkt und viele Tierheime befürchten daher weitere Neuzugänge.

Die Tierfreunde Lüdinghausen suchen immer ehrenamtliche HelferInnen. Da ich Tiere schätze, möchte ich diesen kleinen Seelen Freude bereiten und habe mich dazu entschieden, die Tierfreunde in Lüdinghausen ehrenamtlich zu unterstützen. Meine Priorität liegt bei den Hunden, so wurde ich dem Hundehaus zugeteilt. Ich werde ich in der Zeit vom 19.12.-21.12.2022 Patricia unterstützen.

Zu meinen Tätigkeiten wird folgendes zählen:
Vorbereitung: Waschmaschine anstellen, ggfs. Trockner anstellen, Näpfe in die Spülmaschine packen und anstellen, Rote Lauge ansetzen und Desinfektionsmittel auffüllen für das Hundehaus
In der Küche: Näpfe, Waschlappen und Handtücher vorbereiten/ Schwämme schneiden/ Karten für die Hunde herauslegen, welche Medikamente erhalten und diese vorbereiten.

Dann geht es zur körperlichen Arbeit und wir werden mit der Reinigung der Zwinger (innen und außen) beginnen. Das Highlight werden die Spaziergänge sein, nicht nur für die Vierbeiner. Danach wird das Futter vorbereitet und verteilt. Im Anschluss erhalten einige Hunde noch ein Intensivtraining und natürlich die ganze Zeit über kleine Kuschel- und Streicheleinheiten, wenn gewünscht. Zum Schluss wird die Küche gereinigt und kontrolliert. Ich freue mich schon sehr auf die Aufgaben und bin auf die süßen Fellnasen gespannt.

Liebe LeserInnen,

wir hoffen, Ihnen auch in diesem Jahr mit unserem ungewöhnlichen Weihnachts-Ritterbrief ein paar Einblicke in die von uns genutzten Möglichkeiten des Ehrenamts gegeben zu haben. Es hat uns allen sehr viel Freude gemacht und einige von uns sind noch voller Vorfreude für ihren geplanten Einsatz, andere bleiben einfach dabei und machen weiter. Es war uns, neben unserem jährlichen Pro-Bono-Mandat, und mit Blick auf die verschiedenen Brennpunkte in dieser Welt wie z.B. die feministische Revolution im Iran sowie den Krieg in der Ukraine, erneut ein besonderes Anliegen, etwas für uns alle als Gesellschaft zu tun und konkret in unserem Wirkungskreis auf die Menschen und Tiere zu achten, die unsere Unterstützung benötigen.

Mit diesem Weihnachtsgruß verbinden wir unseren herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesem Jahr und wünschen Ihnen fröhliche und ruhige Weihnachtstage.

Bleiben Sie gesund.
Ihr Avallon-Team

Aurich, Dortmund und Oldenburg, 15. Dezember 2022

P.S.: Zum ersten Mal haben wir einen nachhaltigen Weihnachtsbaum.